Schutz vor Flöhen und Zecken
bei meinen Hirtenhunden

Um es vorweg zu sagen: Was wirkt, ist giftig! Zu diesem Ergebnis komme ich nach 13 Jahren Erfahrungen im Schutz meiner freilaufenden Hirtenhunde vor Zecken. Dazu kann man im Handel erhältliche Zeckenmittel für Hunde, Hausmittel und physikalische Vertreibungsmittel anwenden. Alle diese Mittel sind auch gegen Flöhe wirksam. Ich beschränke mich im Folgenden auf die Mittel, mit denen ich in der Anwendung Erfahrungen gesammelt habe und erhebe nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Zecken lauern im Wald im Boden,
im Unterholz, an Sträuchern und Gräsern…
Foto: Dorette Knobbe

Zeckenmittel für Hunde

Dazu zählen zum Beispiel:

- Exspot Spon-On (Wirkstoff: Permethrin),

- Frontline Spot-On oder Spray (Wirkstoff: Fipronil),

- Scalibor®Protectorband (Wirkstoff: Deltamethrin).

Diese Zeckenmittel sollen die Parasiten vom Hund fernhalten, das Stechen verhindern, den Parasiten lähmen und töten. Das ist besonders wichtig, um gefährliche Infektionskrankheiten, wie Borelliose, Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose, FSME oder Flohstichallergien zu verhindern. Die genannten Spot-On-Präparate sind Tropfen, die man monatlich je nach Größe des Hundes, bei einem Hirtenhund oberhalb der Schulterblätter und im Schwanzwurzelbereich, direkt auf die Haut aufbringt. Der Wirkstoff soll sich auf diesem Wege auf die Körperoberfläche verteilen. Da ein direkter Hautkontakt verhindert werden soll, trage ich Spot-On-Präparate immer mit Einweghandschuhen auf.

Der Wirkstoff Permethrin ist mir vorher schon im Ungeziefermittel „Ardap-Spray“ als Fraß- und Kontakt-Insektizid „… gegen Fliegen aller Art, Zweiflügler aller Spezies, sämtliche Milbenarten, Läuse, Flöhe, Haar- und Federlinge sowie weitere Schädlinge oder Lästlinge wie Schaben, Motten, Silberfischchen, Kakerlaken, Spinnen, Asseln und Ameisen in Schlägen und Ställen jeder Art und auch in Wirtschaftsräumen.“ bekannt gewesen. Bemerkenswert war für mich der Gebrauchshinweis auf der Spraydose, dass Tiere „bei sachgemäßer Anwendung“ den Stall nicht verlassen müssen. Irgendwo las ich den Tipp eines Hundehalters, dass Ardap-Spray, auf das Fell des Hundes gesprüht, den ultimativen Zecken- und Flohschutz bietet. Dieser Mann hatte aber die Gebrauchshinweise nicht richtig gelesen, denn es steht ausdrücklich geschrieben: „Achtung - Tiere dürfen nicht besprüht werden!!!“. Der Wirkstoff Permethrin ist für Menschen (wie für alle „Warmblüter“) nur gering toxisch, und wird auch bei der Bekämpfung von Kopfläusen angewendet. Somit ist Exspot ein sehr wirksames Mittel gegen Zecken beim Hund (lt. Stiftung Warentest 07/2003: „sehr gut“). Bei meinen Hirtenhunden löste die Anwendung keine unerwünschten Nebenwirkungen aus, daher bin ich nun dabei geblieben.

Frontline habe ich nur kurz probiert, es wirkt nach dem gleichen Prinzip, ist weniger „giftig“, etwas teuer, aber weniger wirksam (lt. Stiftung Warentest 07/2003: „gut“).

Das Scalibor-Halsband wirkt oberflächlich, dass heisst, der Wirkstoff verteilt sich in der Lipidschicht der Haut und breitet sich auf dem gesamten Hundekörper aus. Das Halsband habe ich kurzzeitig bei meinen Hirtenhunden ausprobiert, aber aufgrund Unverträglichkeit wieder entfernt. Damit sie es aufgrund ihrer „Mähne“ im Freilauf nicht verlieren, musste es fest genug angelegt werden. Aber der Kontakt zum Hals rief Entzündungen der Haut hervor. Andere Hundehalter schwören auf dieses Halsband, da es auch wasserfest ist und bei Reisen in südliche Länder die gefährliche Sand- oder Schmetterlingsmücke fern hält.

Hausmittel

Viele Hundehalter schwören auf Hausmittel, die bei ihren Hunden Wirksamkeit gezeigt haben. Aber leider konnte ich diese Erfahrungen nicht bestätigen. Auch hierbei gilt: was wirkt, ist giftig, denn es kommt auf die Dosis an! Als Hausmittel wurden mir empfohlen:

Von „innen“:

- Knoblauch, frisch oder in Öl eingelegt,

- Bärlauch, frisch dem Futter hinzugefügt,

- Rosmarinöl (in Öl eingelegter getrockneter Rosmarin),

- Bierhefepräparate.

Die Wirkung soll ungefähr die sein, dass durch die Aufnahme der o. g. Hausmittel der Hund für die Zecken so unangenehm riecht, und sie daher zwar am Hund zu finden sind, aber nicht „beissen“. Die Dosen, in denen ich es ausprobiert habe, haben leider Zeckenbisse nicht verhindert, und höher wollte ich nicht dosieren, da diese Mittel in jedem Hundebuch als „giftig“ eingestuft sind (außer Bierhefe).

Von „außen“:

- Leinöl 1 – 2 x pro Woche auf dem Fell verteilen,

- Zitronellaöl 1 x die Woche aufs Fell träufeln,

- Lavendelöl 1 x die Woche aufs Fell träufeln,

- Nelken-, Pfefferminzöl,

- Zanzarin-Lotion (für Menschen).

Auch hier sollen Gerüche (z. B. durch ätherische Öle) die Zecken am Beissen hindern. Leinöl und Zanzarin-Lotion scheiden für mich für meine Hirtenhunde gleich aus, da sie mehrmals wöchentlich (Leinöl) oder täglich (Zanzarin) aufgetragen werden müssen. Wer die Fellbeschaffenheit eines Hirtenhundes kennt, kann sich ungefähr vorstellen, wie ein so „frisierter“ Hirtenhund aussieht, er könnte quasi mit jeder modernen Gelfrisur mithalten! Auch bei diesen Anwendungen sind Zeckenbisse aufgetreten, vielleicht habe ich es nicht konsequent genug angewendet. Denn die anderen, stark riechenderen, Mittel störten die empfindlichen Nasen meiner Hirtenhunde sehr, und ich wollte nicht um jeden Preis – also hier: des Wohlbefindens meiner Hunde mit einem intakten Riechorgan – die Zecken fernhalten.

Zu dieser Kategorie fand ich im Internet auch den Tipp eines Hundehalters, der seine Hunde mit Thuja-Zweigen abreibt, und so die Zecken fern hält. Das habe ich nicht ausprobiert, denn Thujas sollen auch sehr giftig für Hunde sein. Ich wollte nicht riskieren, dass die Inhaltsstoffe z. B. durch Lecken bei meinen Hunden zu Gesundheitsschäden führen.

Pysikalische Vertreibungsmittel

Mit völliger Giftfreiheit werben physikalische Vertreibungsmittel wie:

- Anibio Tic-Clip-Anhänger,

- Bernina Floh- und Zeckenschreck.

Das stimmt schon, aber wie sieht es mit der Wirksamkeit aus? Der Tic-Clip ist eine Metallplakette „mit bioenergetischer Ladung“, die mit dem „hohen Abstahlungspotential“ Zecken fernhält. Dieses Mittel habe ich nicht selbst probiert, mir reichen dafür die Erfahrungen anderer Hundehalter, die diesem Anhänger, z. B. im Rahmen eines Versuchs der Stiftung Warentest 07/2003 ein „mangelhaft“ bescheinigten. Der mit Batterie betriebene und mittels Ultraschall funktionierende Bernina Floh- und Zeckenschreck ist nun auch aus dem Handel verschwunden.


… aber auch im eigenen Garten,
immer dort, wo es feucht, warm
und schattig ist.
Foto: Dorette Knobbe

Fazit

Meinen Erfahrungen zufolge gibt es kein wirksames Mittel, dass die Zecken daran hindert, einen Hund zu „befallen“. Das ist bei Hirtenhunden auch kaum möglich, denn die Zecke muss ja sich erst einmal durch das „Fellpolster“ arbeiten, um mit den Wirkstoffen in Kontakt zu kommen. Aber man kann mittels einiger wirksamer „chemischer Keulen“ die Zecken am Biss hindern, welcher viele gefährliche Krankheiten übertragen kann. Jeder Hundehalter muss für sich entscheiden, welches Mittel er an seinem Hund anwendet, abhängig von der Verträglichkeit des Mittels am Hund, dem Umfeld (Arbeits- oder Familienhund, mit oder ohne Kinderkontakt), und dem Aufwand finanziell oder zeitlich, den man mit dem Zeckenschutz betreiben will. Hierbei muss abgewägt werden, welches das „geringere Übel“ ist: ob man eine Gesundheitsschädigung durch Zeckenmittel riskiert oder durch übertragene Krankheiten der Zecken. „Zeckensaison“ ist ab einer Temperatur von 8°C. Somit setzt man die Hunde bei der Anwendung von chemischen Hilfsmitteln nicht das ganze Jahr über der Gefahr einer Gesundheitsschädigung aus. Egal welches Mittel man anwendet, man sollte täglich (vorzugsweise abends) die Hunde nach Zecken absuchen. Hat sich eine schon festgesaugt, benutzt man eine handelsübliche Zeckenzange so, dass die Zecke im Ganzen entfernt wird. Bei weißen Hirtenhunden wie Kuvasz ist es natürlich einfacher als beim eisengrauen Sarplaninac. Aber die Mühe lohnt sich, denn jede rechtzeitig gefundene Zecke „beisst“ nicht mehr“!

(24.04.2008)

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© Dorette Knobbe
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