Sar-Meda im Mai 2009, Le Roselet,
2 Jahre alt

Sar-Meda auf Reisen und Teilnahme an einem Mobility
6. bis 10. Mai 2009

Sar-Meda ist nun zwei Jahre alt, und wir wollten endlich einmal ihre Familie in der Schweiz besuchen, und wenn möglich, mit der Teilnahme an einer Hunde-Veranstaltung verbinden. Da wir mit unserer Freundin Carolin fahren wollten, kam nur ein Zeitraum Anfang Mai 2009 in Frage. Früher oder später ging nicht wegen der Abiturprüfungen von Carolin, und später war die nächste Läufigkeit von Sar-Meda ungewiss. Am 09.05.2009 war in Erlinsbach ein Mobility geplant, das war doch eine schöne Möglichkeit, mit Sar-Meda etwas Interessantes zu unternehmen. Ein Mobility ist für große Hunde wie Hirtenhunde gut geeignet, Betätigungsmöglichkeiten zu schaffen sowie das Vertrauen zwischen Hund und Halter zu stärken. Dabei steht der Spaß im Vordergrund, kein Leistungsdruck.

Zufällig und doch sehr passend für den Urlaub wurde mir ein neues Auto von meinem Autohändler angeboten, der wusste, dass ich meinen fast 10 Jahre alten Landrover Freelander gerne gegen "etwas jüngeres" eintauschen wollte. Durch Werbung in der Schweizer Zeitschrift "Hunde" bin ich schon seit Monaten auf den Subaru Forester aufmerksam geworden, und ein solcher war bei meinem Landrover-Händler gerade mit nicht einmal 2 Jahren in Zahlung gegeben worden. Nachdem ich dann auch noch von der installierten Autogas-Anlage überzeugt war, tauschte ich schweren Herzens meinen guten alten "Trecker", in dem schon etliche Zentner Viehfutter, meine bisherigen Hunde und sogar Lämmer chauffiert wurden, gegen das neue, reisefreundliche "Meda-Mobil".

Als Unterkunft wählte ich eine hundefreundliche Bed-and-Breakfast-Ferienwohnung in Wohlen mit separatem Eingang. Hier würden wir drei Mädels uns bestimmt für die 4 Übernachtungen sehr wohl fühlen.

Am 06.05.2009 fing der Tag um 4.00 Uhr morgens an, müde schaute mich Sar-Meda an, warum wir denn heute schon im Dunkeln aufstehen. Natürlich hatte sie interessiert meine Gepäckverfrachtung im Meda-Mobil am Vortage beobachtet, aber wir waren bisher für so lange Zeit noch nie verreist. Die Rücksitzbänke waren aufgeteilt für das Gepäck und der Kofferraum (endlich größer als beim Freelander), war der Platz für Sar-Meda, die aufgrund des erhöhten Bodens wegen der darunter installierten Autogasanlage wie eine Prinzessin auf dem Thron durch die Scheiben und zu uns nach vorn schauen konnte. Nachdem wir 6.00 Uhr auch noch Carolin abgeholt hatten, war die Reisegruppe vollständig, und wir machten uns auf die Fahrt in Richtung Schweiz.

Die Fahrt verlief reibungslos, nur einige wenige baustellenbedingte Stop-and-Go-Behinderungen, daher kamen wir gut voran und wir konnten uns auch die Zeit für zwei größere Pausen nehmen. Auf den Rastplätzen suchten wir uns immer einen abgelegeneren Stellplatz, damit Sar-Meda auch ein wenig "Grün" fürs Geschäft und Bewegen vorfand. Nach 9,5 Stunden kamen wir planmäßig 15.30 Uhr in Hägglingen an.

Mit lautem Gebell wurden wir von Sar-Medas Mutter Brita und den beiden Brüdern Skupi und Shar begrüßt. Die Züchterin, Elsbeth Jennings, ließ uns Zweibeiner herein, um das komplette Begrüßungsritual der Hunde zu erleben: schnuppern, rempeln, "küssen" ... Da die beiden Rüden erheblich größer als ihre Schwester sind, hatte Carolin gehörigen Respekt vor den beiden Rüden, die sich in Hundemanier untereinander um das Vorrecht des Empfangskomitees rauften. Diese "Zeremonie" erlebten wir in den nächsten Tagen jedes Mal bei unserem Eintreffen, und mit jedem Mal wurde auch Carolin "mutiger", das Revier der "Berghexen" zu betreten. Mama Brita war nicht so begeistert vom Besuch ihrer Tochter, denn diese wollte sich partout nicht der Mama unterordnen, was in den nächsten Tagen leider nur zu getrenntem Freilauf der "Damen" führte.

Unsere Unterkunft war, wie erhofft, sehr hundefreundlich, die Ferienwohnung ebenso wie die Gastgeber. Sar-Meda musste ja kurz vor unserem Urlaub anfangen, ihr Winterfell gegen das Sommerkleid zu tauschen, und entsprechend sah auch ihr Platz im Meda-Mobil aus: Flokati im Stile der 70er Jahre. Befürchtungen, die Gastgeber würden durch die "Flusen" in der Ferienwohnung nicht sehr begeistert sein, waren unbegründet, denn sie hatten dafür Verständnis. Dafür durften wir erfahren, dass Sar-Meda (im Gegensatz zu anderen dort schon nächtigenden Hundebesuchern) nicht riecht ... Nach unserem Einzug in die Ferienwohnung verbrachten wir den ersten Abend bei der Berghexen-Familie, mit netten Gesprächen und einem leckeren Raclette.

Hundefamilie od Planinske Vestice

Für den zweiten Tag hatte sich Elsbeth Jennings etwas ganz Besonderes für uns ausgedacht: ein Besuch auf dem Pferdegnadenhof Le Roselet im Schweizerischen Jura, verbunden mit Besuchen von zwei anderen Sarpi-Hündinnen: Schwester Suva-Gora und die Hündin Vila. Es wurde ein wunderschöner, erlebnisreicher Tag, mit vielen Eindrücken: die tolle Landschaft, die Hunde, das Wetter, die Pferde - ja sogar ein Restaurantbesuch mit Sar-Meda und Bruder Skupi wurde ein kleiner Höhepunkt, da die Hunde von allen anderen Besuchern bewundert und sehr nett behandelt wurden. Da habe ich in Deutschland leider schon schlechtere Erfahrungen machen müssen.

Le Roselet

Der dritte Tag stand ganz im Zeichen des Trainings für das Mobility. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Herdenschutz-Sarpis hat Sar-Meda viel Freude an Spiel und Bewegung. So kann man wieder einmal sehen, dass innerhalb einer Rasse ver-schiedene Charaktere und Eigenschaften auftreten, für jedes "Einsatzgebiet" es eigentlich den passenden Hund gibt: ruhigere, wachsamere – oder eben auch temperamentvollere. Bisher habe ich mit Sar-Meda nicht direkt trainiert, sondern den Grundgehorsam angewöhnt. Kunststückchen muss sie für mich nicht können - obwohl, wer hat noch einen Sarlaninac, der einen Ball selbstständig in die Luft werfen und wieder auffangen kann ...? Ausgerüstet mit diversen Leckerli zur Motivation, sind wir zum Hundeplatz nach Bremgarten gefahren. Wir hatten den Platz "für uns alleine" Zuerst durften Shar und Sar-Meda ausgiebig toben, dann wurden uns die einzelnen Stationen erklärt: Schrägwand, Slalom, Fester Tunnel, Verharren, Bändertisch, Laufsteg, Reifensprung, Gegenstand tragen, Schlupfsack, Fassbrücke, Schirm, Voran-senden auf Podest, Hochsprung, Wellblech, Wagen usw.

Es gab drei Stufen in Sar-Medas Training: das Vermitteln des Übungsziels, das richtige Durchführen der Übung – und danach einer gewissen Zeit die Abbruch der Übung durch sie mangels Einsicht, warum sie die Übung zum X-ten Mal wiederholt durchführen sollte ... Mit Leckerli-Motivation hat sie alle Aufgaben im Training gemeistert - aber ob sie das unter "Wettkampfbedingungen" am morgigen Tage auch schaffen würde ...? Für den Rest des Tages bummelten wir durch Bremgarten und besorgten uns in Waltenschwil die empfohlenen "besten Mohrenköpfe der Welt" als Mitbringsel für die Familie zu Hause.

Hundeplatz Bremgarten
"Erst mal toben!"

Am Mobility-Tag trafen wir uns Mittag bei Jennings's und lernten nun auch die Schwester Sjelish mit ihren Zweibeinern kennen. Sie ist in etwa gleich groß wie Sar-Meda, und hatte schon einige Mobilities absolviert. Die Fahrtzeit zum Mobility betrug eine Dreiviertel Stunde, und wir fanden einen idyllisch gelegenen Hundeplatz neben Rinderweiden vor. Natürlich waren viele andere Hunde aller Größen und Rassen, vom Dackel bis zur Dogge, anwesend. Eigentlich war ich nicht davon überzeugt, dass wir die Aufgaben bestehen würden, bei so vielen anderen Hunden als Ablenkung ... Zum "Aufwärmen" bekam ich dann gleich den Bruder Skupi, der es MIR noch einmal zeigen sollte, und wir starteten hinter Sjelish. Skupi hat die Aufgaben fast von alleine gelöst, es war keine Frage, dass er das Mobility bestanden hat. Das zweite Tandem-Team bestand aus Carolin mit Shar und mir mit Sar-Meda. Shar führte Carolin, wie zuvor Skupi mich, erfolgreich durch die Übungen. Nur meine Sar-Meda war an diesem Tage völlig Leckerchen-resistent, wurde durch die vielen anderen Hunde abgelenkt. Doch an der ersten Station, dem Slalomlauf, schien ihr das Training wieder einzufallen, und irgendwie schafften wir es hindurch. Von den 15 Stationen lösten wir 13 mehr oder weniger gut erfolgreich, wobei das "Gegenstand tragen" nicht wie erwartet funktionierte, und auch nicht das "Voransenden an ein Podest". Bestechung war bei diesem Parcours zwecklos, sie verschmähte die Belohnungshäppchen, so kann ich doch sagen: was sie tat, hat sie mir zuliebe getan. Vertrauen ist für unsere Hunde-Menschen-Freundschaft die Grundlage, und das hat sie wieder einmal bewiesen. Stolz nahm ich die Gratulation des Richters für Sar-Meda an und bekam unseren Teilnahmeschein mit dem ersten "Bestanden"-Nachweis. Zuletzt absolvierte noch Mama Brita mit Carolin den Parcours, natürlich als geübter Mobility-Profi erfolgreich. So hatten alle fünf Sarpis dieses Mobility erfolgreich bestanden und konnten nun bei einem Napf Wasser und die Zweibeiner mit diversen Erfrischungsgetränken das Ereignis ausklingen lassen.

Station 14: "Fester Tunnel"

Später gab es auf dem Berghexen-Hof noch eine Schweizer Spezialität für die Zweibeiner: Vermicelles, ein Maronenpüree mit Rahm, welches ich bisher nicht kannte, aber sehr begeistert davon war. Sar-Meda half auch sehr gern beim "Vorspülen" der Dessertschüssel. Den letzten Abend verbrachten wir wieder bei netter Plauerei im Hause Jennings, leider zum Leidwesen der dortigen Katzen. Sar-Meda ist zwar unseren alten Kater Filou gewöhnt, der geht ihr aber vorsichtshalber aus dem Wege. Das taten die hier "Einheimischen" nicht, und so erschien es für Sar-Meda doch etwas provokant, wenn sie direkt von Katzen tangiert oder sogar zum Schmusen aufgefordert wurde.

Nach der vierten Übernachtung war bereits wieder das Packen angesagt. Die Ferienwohnung war die ideale Unterkunft für uns in den vergangen Tagen, und trotz Hundehaare dürfen wir auch gerne wiederkommen. Wir haben uns dann noch bei Familie Jennings und den Vierbeinern verabschiedet, und traten 9.30 Uhr die Rückreise an. Wie die Hinreise auch, war die Rückreise ohne nennenswerte Staus oder Störungen, mit 3 Pausen, und wir sind gegen 19.00 Uhr müde und voll von Eindrücken der vergangenen Tage wieder zu Hause angekommen.

Ein großes Dankeschön möchten wir an Elsbeth Jennings richten, die uns für unseren Kurzurlaub ein interessantes "Programm" geboten hat, sowie an Trudi de Vries (Bed and Breakfast Wohlen), die unemüdlich jeden Tag Sar-Medas Hundehaare aus der Ferienwohnung gesaugt und auch sonst uns wie "zu Hause" verwöhnt hat!

(11.06.2009)

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© Dorette Knobbe
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